Einige Türme sollen laut Chronist Sternickel unterirdische Gefängnisse enthalten haben; das wird für einen Turm, welcher unbekannt ist, bestätigt durch folgenden Ausgabeposten 1606:  "Für 9 Pf. Klafterschnur für Valtin, den Stadtknecht, dem Gefangenen Lorentz Schultzen im Turm Essen zu langen."

 brob11

 

Der Turm an der Ecke der Mauer, welcher der heutigen Brauerei weichen mußte, enthielt 1615/16 laut Stadtbuch einen Stock, d. h. einen mit 2 Öffnungen versehenen quergeteilten Holzblock, in welchen der Delinquent mit den Beinen eingeklemmt wurde. Mit dem Haftlokal im Rathaus, dem sogenannten bürgerlichen Gehorsam, und dem Hilfsgefängnis, dem sogenannten Pfeiferhäuslein auf dem Rathaussaal, hat man vor 200 bis 300 Jahren für ein Städtchen von noch nicht 2000 Einwohnern über eine stattliche Zahl von Internierungslokalen verfügt.
Der regierende Rat der Stadt, 2 Bürgermeister und 4 Ratsherren, ehrenamtlich tätige Bürger hatten trotz nur niederer Gerichtsbarkeit eine recht ansehnliche Machtbefugnis und Strafgewalt, wobei unter Umständen recht grausam vorgegangen wurde.

 

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