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2013- 80 Jahre Freibad Greußen

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Am 9. Juli 2013  wird das Greussener Freibad runde 80 Jahre alt.
Stolz sind die Greussener schon auf ihr schönes  Bad – und das nicht ohne Grund...

In den 8 Jahrzehnten haben mehre Greussener Generationen und Besucher aus dem Umland Erholung und Entspannung gefunden, vor allem für Kinder und Jugendliche hat es sich zu einem beliebten Treffpunkt gemausert.
Das Bad hat trotz des hohen“ Rentenalters“ an Anziehungskraft und Schönheit nichts verloren, im Gegenteil. Unzählige  Menschen erlernten in den Achtjahrzehnten das Schwimmen.
Als erstes einiges über die Entstehung und wechselvolle Geschichte dieser Sport- und Erholungsstätte in unserer kleinen Stadt.

Schon in den Jahren vor 1918 hatte man in Greussen Gedanken über den Bau eines Freibades gehegt. Unterstützt wurden die Bestrebungen durch die Greussener Bürger mit ihrer in den 20iger Jahren schon bestandenen Schwimmabteilung mit 42 Mitgliedern.
Es gelang seinerzeit auch ein unzulängliches Projekt im Gänseried zur Ausführung.
Jedoch konnte mit den geringen Mitteln keine solide Arbeit geleistet werden.
Das kleine Becken, welches keine feste Umfassung aufwies, versandete.

Im Jahre 1923 versuchte man durch den Bau eines Stauwehres im Steingraben (hinter der ehemaligen Salamifabrik und heutigem Netto-Markt) eine Badegelegenheit zu schaffen.
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Man hatte aber vergessen, den hohen Wasserdruck zu berechnen, sodass das Wehr in der Mitte auseinandergesprengt wurde.
Mit den Wassermassen wurden auch die Hoffnungen der Schwimmliebhaber den Steingraben hinuntergespült.

Nach einigen Jahren wurde der Gedanke eines Badbaues erneut aufgegriffen.
Diesmal von den drei bestandenen Sportvereinen- nämlich dem MTV-Männer-Turn-Verein, dem SV-Sportverein und dem ATSV- Arbeiter-Turn und Sportverein „Thalia“.
Man nahm an, dass erforderliche Wasser aus einer der Helben entnommen werden könnte.
Diese Annahme erwies sich doch später als unmöglich, weil die an der Helbe liegenden Müller, eine Wasserentnahme nicht zugelassen haben.
Dadurch kam man auf den Gedanken, das Wasser aus dem Grollbach für die Speisung des Bades zu entnehmen.
Als Standort wurde der sogenannte  Nottrodt`sche Plan in der Nähe der Grollbachbrücke (Eselsbrücke) an der Ottenhäuser Straße vorgeschlagen.
Auch hier ergaben sich Schwierigkeiten, weil das erforderliche Gefälle und damit die erforderliche Tiefe des Schwimmbeckens nicht erreicht wurde.
Man erwog dann ein Projekt auf dem an der Ottenhäuser Straße gegenüberliegenden Plan.
Aber auch dieser Standort war in seinen Einzelheiten undurchführbar.

Mit dem besten Gedanken, wie wir ihn heute in seiner Anlage so wunderbar ausgeführt sehen, trat dann Herr Baumeister Kurt Röhl an die Öffentlichkeit.
Freudig wurde dieses Projekt von den interessierten Kreisen und dem Stadtvorstand aufgenommen.
Eines der bittersten Probleme war die Frage der Finanzierung.
Ausschlaggebend für die Finanzierung und damit auch der Badbau überhaupt, war die Beteiligung der Einwohner an der für die Finanzierung aufgelegten Stadtanleihe.
Um den Bürgern schon vorher ein anschauliches Bild der Anlage vor Augen zu führen, wurde das Modell der Anlage ausgestellt.

Am 1.12. 1932 wurde die öffentliche Stadtratssitzung, in der die Beschlussvorlage zum Bau des Bades, der technischen Details und der möglichen Finanzierung dargelegt wurden.
Die Beschlussfassung zum Badbau erfolgte einstimmig.
Die Kosten wurden mit 40 475 Reichsmark veranschlagt, wobei rund 14 000 Reichsmark für die Löhne geplant waren.
Da die Stadt Greussen nicht in der Lage war, die notwendige Bausumme aus der Stadtkasse zu finanzieren, wurde die Möglichkeit der Ausgabe städtischer Obligationen  in Erwägung gezogen, um den erforderlichen Betrag zusammenzubringen.

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Eine Spendenaktion brachte dann den Durchbruch.
Spenden kamen von allen Geschäftsunternehmen der Stadt.
Auch die hier lebende und unter den Einwohnern beliebte jüdische Familie Heilbrunn beteiligte sich großzügig an der Mitfinanzierung  des Freibades.
Nach dessen Fertigstellung erlaubte man aber dem Sohn der Familie die Benutzung des Bades nicht.
Auf diese Verfügung hatte der Greussener Stadtrat angeblich keinen Einfluss.

Nachdem alle Voraussetzungen getroffen waren, wurde unter Einbeziehung einer stattlichen Anzahl von Arbeitern im Zusammenhang mit Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen und einheimischen Handwerkern mit dem Bau begonnen.
Zügig gingen die Arbeiten unter fachlicher Leitung des Projektanten und Baumeisters Herrn Kurt Röhl voran.
Gut durchdacht war die Lösung der Wasserversorgung der Anlage.
Sowohl der Grollbach, als auch die städtische Wasserleitung, sollte die Wasserbereitstellung für das circa 1400 Kubikmeter große Bassin sichern.
Das Vorwärmen des Zuflusswassers wurde mit einer offenen ca. 80 cm breiten Betonrinne realisiert.
Notwendige Einrichtungen für ein modernes Bad, wie Filteranlage (mit Koks),  Frischwasserversorgung,  Wasch- und Toilettenanlagen, Umkleidekabinen und Aufbewahrungsmöglichkeiten für Kleidung und Fahrräder, waren ebenso wie Spiel- und Liegewiesen vorgesehen.

Mit dem Stadtratsbeschluss vom 29.03.1933 wurden die ersten Aufträge an örtliche Firmen vergeben.

Bis zum 26.Mai 1933 hatten die Zimmerleute, Dachdecker, Tischler und Klempner ihre Angebote abzugeben.
Bereits einen Tag später wurde mit den Arbeiten begonnen.

Für 17 970 Reichsmark übernahm die Firma Höttermann (Clingen) die Beton- und Mauererarbeiten.
Die Handwerker hatten so für die Fertigstellung der Nebengebäude  ganze  4 Wochen Zeit.
Erstaunlich, dass die Bauzeit unter den damaligen technischen und technologischen Voraussetzungen nur 3 Monate betragen hat.

Badbau breite bk 1932

Dies war auch nicht zuletzt dem Baumeister und Bauleiter, dieses großen Greussener Vorhabens, Herrn Kurt Röhl, zu verdanken, der zur Einweihung am Sonnabend, den 09. Juli 1933 entsprechend gewürdigt wurde.

Zu der feierlichen Einweihung waren zweitausendfünfhundert Menschen aus nah und fern anwesend und sahen ein sportliches und unterhaltsames Programm.

k Bad nach Einweihung 1933

Schon ein Jahr später wurde offiziell die Schwimmabteilung mit Übungs- und Wettkampfbetrieb gegründet.

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Nach dem 2. Weltkrieg organisierten Sportler den Schwimmsport in Greussen neu.
1946 wurde aus dem MTV die BSG „Traktor“ Greussen.
Mit Beginn der Badesaison 15.05. 1947 wurde in der Abteilung Schwimmsport auch Wasserball gespielt.

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Gründungsmitglieder und erste Aktive, waren unteranderem, Kurt Besocke, Fritz Wegfraß und Robert Zobel, die auch in verschiedenen Jahren als Bademeister fungierten.

Unzählige Sportveranstaltungen hat unser schönes Städtisches Freibad in den Achtjahrzehnten erlebt, die wie immer von der über 65 Jahre bestehenden Schwimm- und Wasserballabteilung organisiert wurden.

k Bad WB und Schwimmer der 1. Stunde k Scannen0003.jpg AK Georgie WB 

Dazu wurde als kleiner Rückblick in der Chronik der Abteilung geblättert:

  • Austragung von Meisterschaften im Schwimmen
  • Ausrichtung von Punkt- und Pokalspielen im Wasserball
  • Gastgeber der DDR-Meisterschaften im Wasserball:
    • 07.-08.1973 der Männer mit 3500 Zuschauern
    • 11.-13.07.1980 der Jugend
    • 11.-12.07.1988 der Damen
  • 38 Greussener Flutlichtturniere im Wasserball von 1971 bis 2012 mit 48 Vereinen und 241
    Mannschaften aus dem Inn- und Ausland bei 8676 Besuchern
  • 5 große Abendschwimmfeste 1953,1871,1983,1993,1997 mit immer 100 bis 1500 Zuschauern
  • 24 Pokalturniere um den Pokal der Stadt Greussen

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Dabei wurden schrittweise wettkampfgerechte Voraussetzungen geschaffen, wie :

  • das Anstauen des Wassers zur Erreichung eines 20 cm höheren  Wasserstandes,
  • Installation  einer Flutlichtanlage in 2 Ausbaustufen,
  • Unterwasserbeleuchtung für die Flutlichtturniere,
  • Beheizung des Wassers (leider nur 3 Jahre bis 1990),
  • Bau einer Mannschaftskabine für die Sportler und eine Warmduschanlage

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An der Spitze stand dabei  bis 2003, 42 Jahre lang der Abteilungsleiter und selbst erfolgreicher Schwimmer und Wasserballer, Horst Laue.
Als Trainer führte er eine Nachwuchsmannschaft der damaligen BSG „Traktor“ Greussen (BSG= Betriebssportgemeinschaft) bis zum 6. Platz bei der DDR- Meisterschaft 1979.

Immer waren es auch die Schwimm- und Bademeister, die die aktiven Wassersportler unterstützten und zur Seite standen.

Zur  Erinnerung  hier alle in Greussen tätigen Schwimmmeister von 1933 bis 2013, in der Reihenfolge ihrer Tätigkeit:

Kurt Besocke, Fritz Wegfraß, Herr Kunze, Robert Zobel, Harald Zimmerling, Rettungsschwimmer Alfons Riehlinger, Georg Adelmeier, Werner Flade, Horst Herdin, Walter Skuplik 1977-2006, Petra Stock, Beatrix Specht 1997 - 2006, Roberto  Garthoff seit 2006, Rainer Hensel 2007 – 2010, Thomas Kunze 2011, Heiko Schwara seit 2012.

2012 gründeten  Gabriele Rink (ehemalige Schwimmerin geb. Dietz) und Horst Laue den „Förderverein  Städtisches Freibad Greussen e.V.“ mit heute fast 100 Mitgliedern.
Der Verein hat sich die Unterstützung zum Erhalt des wunderschönen Kleinods auf die Fahnen geschrieben.

 

Aus Anlass des 80. Jubiläums sind über das Sommerhalbjahr zahlreiche Veranstaltungen im Freibad geplant.

Förderverein „Städtisches Freibad Greußen” e.V.

Horst Laue        

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