Museumsnacht Greußen 09.07.2013

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Aus Anlass des 80. Geburtstages der Städtischen Freibandes fand die Museumsnacht schon im Sommer statt. 
Das Interesse an dieser Veranstaltung war sehr groß.....

Weit über 120 Karten wurden verkauft, bestätigte Bürgermeister René Hartnauer (SPD) bereits vor Veranstaltungsbeginn.
Er stellte dann Herrn Klaus Wenzel vor, der durch den Abend führte.

Herr Wenzel berichtet von den ersten Anfängen des Badewunsches um 1918 im Gänseried.
1923 wurde durch ein hölzernes Wehr im Steingraben (Helbe) ein Anstau begonnen.
Leider brach das Holz wegen fehlender Statik und es schwamm mit den Wünschen davon.

Am 01.12.1932 brachte der Architekt und Baumeister Kurt Röhl einen kompletten neuen Plan in den Stadtrat.

Museumsnacht Greußen 09.07.2013

Museumsnacht Greußen 09.07.2013 80 Jahre Freibad Greußen Fotos: P.Georgi

Die Finanzierung und Machbarkeit wurden erörtert.
Der Beschluss zur Bauvorbereitung wurde einstimmig gefasst.
Aber wo sollten die 40.475 Reichsmark herkommen?
Eine Spendenaktion brachte den Durchbruch, wie heutzutage oft auch.
Bürger kauften Stadtanleihen, Gewerbetreibende spendeten und die jüdische Familie Heilbrunn brachte einen erheblichen Geldbetrag auf.

Mit Beschluss vom 29.03.1933 hatte die Firma Höttermann (Clingen) für 17.900 RM die Beton- und Maurerarbeiten bekommen.
Laut Ausschreibung durfte aber nur der gute Wasser-Kies aus Heldrungen und Erfurt verwendet werden.
Alle weiteren Arbeiten wurde pflichtbewusst an ortsansässige Firmen vergeben.
Unterstützt wurde die Firmen durch Arbeiter in Zusammenhang mit Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen.

Nach nur 3 Monaten Bauzeit, ohne Bagger Planierraupe, Betonfahrmischer, Laser und PC wurde das Bad am 09.07. eingeweiht.
2500 Gäste waren zugegen.
Heute dauert die Planung und vor allem die Genehmigung erheblich länger.

Seitdem hat es unzählige Wassersportereignisse gegeben. 3 x sogar eine DDR-Meisterschaft im Wasserball.


Alle der am Rundgang durch die Stadt beteiligen Bürger waren schon als Wasserratten im Bad und haben das Eckentappe gespielt, sind gerutscht oder vom Turm gesprungen.
Über den Marktplatz zum Steingraben und dann zum ehemaligen Wohnhaus des Architekten Röhl gingen zuerst die Teilnehmer.
An verschieden Grundstücken und Häusern wurde den Spendern und Handwerkern gedacht.
Über die Anlagen an der Stadtmauer schlängelten sich die Besucher zum Bad.
In den Gesprächen unter den Bürgern wurde deutlich, wie wichtig der Zusammenhalt der Ortsansässigen ist.
Das Greußener Bad muß erhalten bleiben.
Deshalb wurde 2012 auch der Förderverein gegründet. 

Im Bad angekommen, gab es zur Begrüßung Sekt.
An den Kabinenwänden waren Plakate und Bilder aus vergangener Zeit angebracht.
Bürgermeister dankte Herrn Wenzel Dank für die sehr aufschlussreiche Führung und beim Urgestein der Wassersportler, Horst Laue,  für die vielen Informationen und Originalzeugnisse.
Herr Laue überreichte dann dem Bürgermeister eine Originale Bademeistermütze für das Museum.
Viele der ehemaligen Bademeister hatte diese als Erkennungszeichen zu tragen.

Bei Anbruch der Dämmerung wurden Fackeln angebrannt und ein Laufsteg im Halbtiefen ausgeleuchtet.
Das Modegeschäft Ute Zimmermann, stellte jetzt mit jungen Frauen, Bademoden vor. 
Begonnen wurde mit dem Einteiler von 1903.
Die damalige Badepolizei hatte strengste Vorschriften, die kontrolliert wurden.
Erst nach 1940 musste nicht mehr der ganze Oberkörper bedeckt sein, damit begann auch die Bademode sich den allgemeinen Veränderungen anzupassen ("weniger ist mehr") .
Mit viel Beifall konnte dann der Bürgermeister die Modenschau beenden und gab den Startschuss für ein kleines Feuerwerk.

Noch weit bis in die sommerliche Nacht, feierten Bürger das Jubiläum.

(PG)

 

 

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