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Museumsnacht 2017

Greußen 29.09.2017

k1834

Anlässlich der 140 Jahre Freiwilligen Feuerwehr Greußen 2017, wurde das Szenario von vor 183 Jahren, nachgestellt.

Greußen 16. Oktober 1834

Ein stürmischer Südwind brauste in den späten Abendstunden des 16. Oktobers 1834 über Greußen hinweg. In tiefem Dunkellagen die Straßen. Die meisten Bewohner hatten sich schon schlafen gelegt, die städtischen Nachtwächter hatten ihren Dienst noch nicht angetreten, auch die Gastwirtschaften lagen wie ausgestorben, da flammte plötzlich um 9¾ Uhr im Südwesten der Stadt ein heller Feuerschein über die Dächer, brennende Strohhalme stieben vom heftigen Sturmwind getrieben durch die Straßen. Gellende Feuerhörner ertönten, im Nu ist die erschreckte Einwohnerschaft auf den Beinen.“

Museumsnacht 2017-09-29

Museumsnacht 2017 Greußen 29.09.2017 Fotos: P.Georgi

Das sind die ersten Zeilen der Schreckensnacht, die von Herrn Dr. Hesse, Apotheker und Ortschronist, etwa 100 Jahre später aufgeschrieben wurden. Stroh gedeckte Häuser in gleichhoher Bauweise, begünstigten, dass das Feuer in nur wenigen Stunden bis in die Neustadt vorankam.  Das Rathaus, 240 Wohnhäuser und 300 Nebengebäude brannten nieder. Gegen 1500 Menschen sind ohne Obdach und der größte Teil davon ohne Kleidung und ohne Brot, steht weiter geschrieben. '
Am Samstagabend wurden die Museumsnachtbesucher am Rathaus durch Frank Hoier, Stadtsyndikus im schwarzen Gewand mit Zylinder, begrüßt. In ausführlicher Weise berichtete er aus den Geschichtsbüchern, über die vielen Brände aus der Vergangenheit Greußens.

Kaum fertig mit seinen Berichten, läuteten die Kirchenglocken und Feuerhörner gellten durch die Straßen. Nichts war zu sehen, denn die Straßenbeleuchtung war ausgestellt. Eilends ging er Richtung Töpfermarkt-Leitergasse. Ein hellroter Feuerschein beleuchtete die dunkle Straße.
Aus einer dunklen Gasse kam ein Geratter und einige Bürger und Handwerksgesellen in Arbeitskleidung zogen eine kleine Handspritze. Schreie und wirre Rufe gingen durcheinander. Schnell fassten auf der Straße stehende Bürger, lederne Wassereimer mit an und schöpften Wasser aus dem Börnchen in die Pumpe.
Ein weiteres Geratter bewirkte, dass ängstliche Bürger auseinander stieben und eine weitere Pumpe, von weiteren authentisch gekleideten Bürgern und Handwerkern gezogen, sich am Brandherd aufstellte. Wieder reihten sich Bürger in die Eimerkette mit ein. Nur durch den Feuerschein beleuchtet, begann man mit den weiteren Löscharbeiten. Leider waren die stilecht gekleideten Feuerwehrleute im dunkeln nicht so recht zu bestaunen.

Bewusst, so Wehrführer René Schwara, haben wir die Dunkelheit geschaffen, um so etwas Autenzität zum damaligen Geschehen zu schaffen. Dann erzählte der Syndikus wie sich das damals zugetragen hatte.

Das große Schnapslager am Töpfermarkt war wie ein Brandbeschleuniger. Strohdächer, volle Scheunen und der beständige Südwind, bliesen die Feuerwalze über die Stadt. Heute, am Straßenrand standen Lichter aufgestellt, die den Feuerverlauf darstellten.
Die Besucher folgten ihnen im dunkeln bis zur Neustadt. Wieder berichtete  Herrn Hoier geschichtliches.

Danach ging es in die brandgeschädigte Stadtkirche und Pfarrerin Esther Maria Fauß, las einen Teil der gewaltigen Predigt vom 24. Sonntag nach Trinitatis, das war am 09.11.1834, vor. Die Wortwahl ist für heutige Verhältnisse ungewohnt und schwer zu verstehen.

Im Anschluss ging es weiter zur heutigen Feuerwehr. Zuerst wurde Kamerad Lothar Haberkorn für über 50 jährige aktive Feuerwehrzugehörigkeit von Bürgermeister René Hartnauer ausgezeichnet.
Dann folgte eine Zusammenstellung über einen Beamer mit weiteren Branddaten.
Besonders gespannt sahen die Besucher erstmalig gezeigte Filmstücke vom Brand der damaligen Drogenverarbeitung am 31.08.1985.
Damals wurden Fotoapparate von der Polizei konfisziert.
Dank gilt einigen mutigen Bürgern, die doch verbotenerweise Bild- und Filmmaterial gemacht haben.
So saß man gemütlich in der umgeräumten Fahrzeughalle noch lange bei Speis und Trank, beisammen.
Besonders beeindruckt war Martin Dannhäuser, Bürgermeister aus Creußen, über die Ausstellung der Feuerwehrhistorik. 
So etwas haben wir nicht.
Umso mehr freuen wir uns, wenn im nächsten Jahr eine Abteilung aus Greußen zu unserem Feuerwehrjubiläum anreist.
Das Team der Greußner Feuerwehr möchte sich ganz herzlich bei den vielen Bürgern bedanken, die zum Gelingen der Geschichtsdarstellung beitrugen.

 

(PG)

 

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