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 aus dem Rathaus 28.09.2015

wa grRené Hartnauer - Bürgermeister der Stadt Greußen informiert ...

Wilfried Georgi ist Ehrenamtspreisträger des Kyffhäuserkreises 2015

Am 18.09.2015 wurde Herr Wilfried Georgi im Rahmen der Kyffhäuser Ehrenamtsgala mit dem Kyffhäuser Ehrenamtspreis für seine großes Engagement ausgezeichnet.
Mit der Veröffentlichung der Laudatio, die der Bürgermeister René Hartnauer an diesem Abend auf dem Burghof des Kyffhäusers hielt, soll an dieser Stelle das Ehrenamt des Preisträgers nochmals gewürdigt werden.

k04369„Die Enkelin Tilda fragt ihren Opa: ‚Wie fühlt sich das eigentlich an, wenn man alles vergisst?" Opa Amandus antwortet: „So wie Honig im Kopf so; so verklebt.“

Mit diesem Kurzdialog, der aus dem Film „Honig im Kopf“ stammt, möchte für meine nun kommenden Worte sensibilisieren und bildlich erklären, welcher Problematik sich der in der Kategorie "Selbsthilfegruppen und Maßnahmen zur Stärkung des Gesundheitsbewusstseins" Auszuzeichnende seit vielen Jahren stellt. 

Ein Mensch, dem man sehr nahe ist, den man gut kennt, mit ihm möglicher Weise schon viele Jahre zusammenlebt, verändert sich und seine bekannten Gewohnheiten. Irgendwie schleichend, fast unbemerkt und nicht wirklich gleich so, dass gewisse Alarmsignale deutlich werden. Mal wird was vergessen, mal etwas liegen gelassen oder die Person wirkt mal irgendwie durch den Wind. Später brennt auch mal das Essen auf dem Herd an!

Im alltäglichen Zusammenleben dauert es eine ganze Weile, bis man diese Symptome, welche sich auch stetig weiter entwickeln, zu deuten vermag und den Blick dafür bekommt, dass es sich hier um eine Krankheit handelt, die eben nicht heilbar ist. Die Diagnose Alzheimer/Demenz! Nun wird bewusst, dass das geistige, körperliche und soziale Ableben eingesetzt hat – allerdings in vielen Etappen.

Um diese Etappen hier auch noch einmal zu verdeutlichen und die Krankheit zu verstehen, ist es mir sehr wichtig, ein paar Symptome – ohne fachlich richtige Einordnung der jeweiligen Phasen – zu nennen:

  • Die Betroffenen benötigen zunehmende Hilfe bei einfachen Aufgaben des täglichen Lebens wie Einkaufen, Zubereiten von Mahlzeiten, Bedienen von Haushaltsgeräten oder der Körperpflege
  • Sie wissen nicht mehr, wen sie geheiratet oder welchen Beruf sie ausgeübt haben, wie ihre Kinder heißen, oder wie alt sie sind
  • Die Betroffenen zeigen hochgra­dige Unruhe; laufen ihren Bezugspersonen ständig hinterher, stellen fortwährend dieselben Fragen oder wollen ständig die Wohnung verlassen bzw. tun das auch – das sich hieraus auch zwischenmenschliche Konflikte ergeben, versteht sich von selbst
  • In der Regel geht die Kontrolle über Blase und Darm sowie über die Körperhaltung verloren
  • Die Anfälligkeit für Infektionen steigt. Die Alzheimer-Krankheit selbst führt nicht zum Tod. Die häufigste Todesursache ist eine Infektionskrankheit

Genau in so einer Situation befand sich Herr Wilfried Georgi aus Greußen. Zwar erhielt er die fachliche Diagnose für seine geliebte Frau, doch konnte ihm keiner sagen: „So geht’s du jetzt mit der Krankheit und vor allem mit Deiner Frau um!“

Niemand weiß, wie die Welt jener Menschen aussieht, die an Demenz leiden. Keiner weiß, welche Bilder durch den Nebel zu ihnen dringen, welche Erinnerungsfetzen sich darüber legen, eben wie verklebt das Gehirn ist.

Da hat Herr Georgi im Jahr 2000 begonnen sich schlau zu machen. Im Internet, da ist zwar vieles an Informationen zu erlesen, aber wo gibt es die persönliche Hilfe?

Da diese Hilfe äußerst überschaubar war, entschied er sich, selbst aktiv zu werden. Das persönliche Erleben, wie das mit der Krankheit bei einem lieben Menschen ist, stärkte ihn für andere da zu sein.

Am 12.05.2001 gründete er für den Kyffhäuserkreis die erste Selbsthilfegruppe für Angehörige von Menschen mit Demenz. Weitere folgten in Bad Frankenhausen, Sömmerda, Bad Langensalza, bis es 11 waren. Über Jahre  leitete er viele selbst. Heute sind sie alle selbstständig und er fährt nur noch sporadisch zu den Treffen. In Greußen ist er weiter aktiv.

Um sein Engagement und seine Reputation auf diesem Gebiet hier hervor zu heben, möchte ich weitere Tätigkeiten und Ehrungen benennen:

11/2005      wurde er Mitglied der Alzheimer Gesellschaft Thüringen e. V.

2007            erhielt er die Auszeichnungen der Thüringer Ehrenamtsnadel und der Thüringer Rose

2008 / 2009 war er Vorstandsvorsitzender der Alzheimer Gesellschaft Thüringen e.V.

02/2012       wurde er durch die Alzheimer Gesellschaft Thüringen für seine ehrenamtliche Tätigkeit ausgezeichnet

03/2012       erhielt er das Thüringer Ehrenamtszertifikat

10/2012       gab es die Auszeichnung des ehrenamtlichen Engagements durch die Deutsche Alzheimer Gesellschaft
                   auf dem Kongress in Hanau

2012            Nominierung für Deutschen Engagementpreis

Wichtig ist, und das hat er getan, die Krankheit anzunehmen und darüber mit seinem Umfeld zu sprechen.

Das ist seine Mission bis heute. Er hält monatlich Vorträge, schreibt Infobriefe und bringt per Mail, unzähligen Menschen digitale Hilfe. In dann persönlichen Gesprächen wird erklärt, wie sich Angehörige im Kampf mit der Bürokratie, auseinandersetzen müssen. Zu Ärzten hält er Kontakt, denn nicht jeder Arzt ist im Hinblick auf die Unterstützung der Betroffenen gleichzeitig der Fachmann für den Angehörigen.

2012 gründete er in Bad Langensalza die erste Selbsthilfegruppe für Bertoffene, die jetzt mit der Diagnose: „Ich habe Alzheimer/Demenz!“ leben müssen. Weitere folgten.

Lieber Wilfried Georgi, ich empfinde eine große Hochachtung für Ihre Mission. Ich möchte mich hier in diesem würdigen Rahmen für Ihr enormes ehrenamtliches Engagement bedanken. Zu Recht vergrößert sich nun die Sammlung von Ehrungen, welche nunmehr durch den Kyffhäuser Ehrenamtspreis in der Kategorie ‚Selbsthilfegruppen und Maßnahmen zur Stärkung des Gesundheitsbewusstseins‘ ergänzt wird.“

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Im Bild: v. l. Bürgermeister René Hartnauer, Herr Wilfried Georgi, Herr Hans-Joachim Warnecke (Vorstandsmitglied der Kyffhäusersparkasse), Landrätin Antje Hochwind

 

René Hartnauer

Bürgermeister

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